Nicht moderierte Planungsprozesse sind unkontrollierbar

Bei der Realisierung öffentlicher und privater Vorhaben werden Entscheidungsträger zunehmend mit Vorbehalten und Misstrauen konfrontiert. Dabei ist es eine trügerische Hoffnung, dass Projekte allein durch positive Gremienbeschlüsse abgesichert und legitimiert sind und ohne profesionelle Begleitung realisiert werden könnten. Nicht erst seit "Stuttgart 21" wird eine rein formelle Bürgerbeteiligung von vielen als nicht mehr ausreichend angesehen. Beklagt werden oftmals eine mangelhafte Informationspolitik, die Nichteinbindung in Planungsprozesse und unüberschaubare Planungszeiträume.


Auch wenn die Sinnhaftigkeit eines Projekts scheinbar augenfällig ist, besteht die zunehmende Gefahr, dass Partikularinteressen öffentlichkeitswirksam inszeniert werden. Plötzlich kursieren Unterschriftenlisten und die Seiten der Tageszeitung vor Ort füllen sich mit kritischen Leserbriefen vermeintlicher Fachleute. Die neuen sozialen Netzwerke machen es zudem einfach, per Mausklick einen breiten Bürgerprotest zu suggerieren. Entscheidungsträger werden damit einer vielfältigen Gegnerschaft ausgesetzt, die meist schnell, flexibel und kompetent agiert. Oftmals fehlt es an Erfahrung und Kreativität, sich erfolgreich mit Kritikern und deren Anliegen auseinanderzusetzen.

Vertrauen und Verlässlichkeit schaffen

Eine professionelle Projektberatung sucht deshalb nach Partnern und fragt Kompetenzen ab. Sie schafft belastbare Netzwerke, begegnet Kritikern auf Augenhöhe und bindet sie ein. Informationen und Verhandlungsergebnisse werden nicht mehr hinter verschlossenen Türen gehandelt, sondern dokumentiert und stehen allen zur Verfügung. Ziel ist Vertrauen und Verlässlichkeit zu schaffen, um selbst in kritischen Situationen sprachfähig zu bleiben. Der Moderationsprozess startet im Idealfall weit vor der eigentlichen Realisierungsphase. Unterstützt wird er durch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, die alle Interessierten am Planungs- und Realisierungsablauf teilhaben lässt.